Magen/Darm/Verdauung

Die Verdauung der Nahrung ist ein komplexer Vorgang. Zunächst wird die Nahrung im Mund mechanisch zerkleinert (Zähne), mit dem Speichel verflüssigt und bereits teilweise enzymatisch aufgespalten. Im Magen werden die Bestandteile weiter aufgeschlossen (enzymatisch), im Darm mit Gallenflüssigkeit versetzt und dann ins Blut aufgenommen (resorbiert). Der Magen und der Darm spielen bei der Verdauung eine wichtige Rolle.
Die Verdauung ist für den Organismus von grosser Bedeutung. Eine gut funktionierende Verdauung gilt als Basis der Gesundheit. In Folge verschiedener Ursachen kann es jedoch zu Störungen kommen. Traditionell werden bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden Arzneipflanzen wie Kamille, Wermut und Fenchel eingesetzt.
Folgende Hinweise sollten beachtet werden:
 | Bei andauernden oder immer wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit, Blähungen und Verdauungsbeschwerden, insbesondere bei Kindern, empfiehlt es sich, einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen und die Ursachen dafür abklären zu lassen.
|  | Magenbeschwerden, die sich an umschriebener Stelle als Schmerz oder Druckschmerz äussern oder mit allgemeinem Krankheitsgefühl verbunden sind, bedürfen einer ärztlichen Abklärung.
|  | Verdauungsbeschwerden bei Kindern unter 12 Jahren müssen ärztlich abgeklärt werden. |
Appetitlosigkeit
Verdauungsbeschwerden
Reizmagen
Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
Verstopfung (Obstipation)
Blähungen (Meteorismus)
Appetitlosigkeit
Stress, Leistungsdruck, negative Erlebnisse, aber auch verschiedene Erkrankungen können zu Appetitlosigkeit führen. Bei der Behandlung der Appetitlosigkeit werden vorwiegend Bitterstoffe eingesetzt. Sie regen den Speichelfluss und die Verdauungssäfte an.
Zusätzlich werden folgende Massnahmen empfohlen:
 | Einnahme von Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten
|  | Trinken aromatischer Getränke (z.B. Kräuter- und Früchtetees, Fruchtsäfte)
|  | Verwendung von Gewürzen
|  | Abwechslung im Speiseplan
|  | Regelmässige Mahlzeiten
|  | Bewegung an frischer Luft |
Verdauungsbeschwerden
Verdauungsbeschwerden, die oft auch als dyspeptische Beschwerden bezeichnet werden, sind weit verbreitet. Es sind meist Oberbauchbeschwerden, die in manchen Fällen mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, auch saurem Aufstoßen, Blähungen, Völlegefühl und evtl. auch mit kolikartigen Schmerzen einhergehen. Als Ursachen kommen zum Beispiel in Frage: Veränderungen der Enzymproduktion, Störung der Darmtätigkeit und Darmbakterienflora, falsche Ernährung.
Bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden mit pflanzlichen Arzneimitteln haben sich vor allem Bitterstoffdrogen wie Tausendgüldenkraut, Benediktenkraut, Kalmus oder Wermut bewährt. Sie lösen Geschmacks- und Geruchsreize aus und führen somit zu einer Erhöhung der Magensaftbildung, zur Ausschüttung von Verdauungsenzymen und Gallensäuren. Daneben werden Pfefferminze und Kümmel aufgrund ihres ätherischen Öles eingesetzt, welches direkt auf die Magenschleimhaut wirkt.
Reizmagen
Der Reizmagen hat eine starke psychosomatische Komponente. Als Auslöser werden unter anderem psychische Probleme, Ernährungsfehler (z.B. Konsum von fetthaltigen Speisen, Alkohol) und eine veränderte Schmerzwahrnehmung des Magen-Darm-Trakts diskutiert. Die Lebensqualität der Betroffenen ist in der Regel beeinträchtigt.
Pflanzliche Arzneimittel werden traditionsgemäss bei der Behandlung des Reizmagen eingesetzt. Bewährt haben sich Kamillenblüten, Schafgarbenkraut und Pfefferminzblätter. So wirken die Inhaltsstoffe der Kamille entzündungshemmend und krampflösend. Häufig wird auch die Melisse wegen ihrer beruhigenden Wirkung eingesetzt.
Magenschleimhautentzündung (Gastritis):
Zu den Symptomen einer akuten Magenschleimhautentzündung gehören Völlegefühl, Sodbrennen, Aufstossen, Appetitlosigkeit, Schmerzen im Oberbauch, Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung, Erbrechen und Blähungen. Magenschleimhautentzündungen sollten durch einen Arzt/ eine Ärztin diagnostiziert und therapiert werden. Zur unterstützenden Behandlung wird traditionell die Kamille wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung eingesetzt.
Verstopfung (Obstipation)
Verstopfung gehört mit zu den häufigsten Darmstörungen. Betroffen sind vor allem Frauen. In einigen Fällen ist eine Verstopfung an bestimmte Anlässe gebunden, so leiden manche Menschen immer wieder bei Reisen an Verstopfung.
Als Ursachen kommen verschiedene in Frage. Häufig dürfte neben mangelnder Bewegung eine falsche Ernährung mit einem Mangel an Ballaststoffen und ungenügender Flüssigkeitszufuhr der Auslöser sein. Daneben kann Verstopfung bei Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, in der Schwangerschaft und in Folge der Einnahme von bestimmten Medikamenten auftreten.
Da aber eine Fehlernährung die häufigste Ursache von Verstopfung ist, sollten bei der Behandlung diätetische Massnahmen (ausreichende Trinkmenge, ballaststoffreiche Nahrung z.B.) an erster Stelle stehen. Zur Behandlung werden neben Füll- und Quellmittel wie Indischer Flohsamen oder Leinsamen Laxantien eingesetzt. Zu den pflanzlichen Laxantien gehören Sennesblätter und Sennesfrüchte, Rhabarber, Faulbaum oder Aloe. Da die genannten Laxantien über einen längeren Zeitraum eingenommen zu unerwünschten Nebenwirkungen, vor allem zu Elektrolytmangel, führen können, sollen sie nur kurzfristig verwendet werden.
Blähungen (Meteorismus)
Blähungen treten als Begleiterscheinung bei den meisten Verdauungsproblemen auf, dementsprechend vielfältig sind auch die möglichen Ursachen.
Aus Angst vor der Symptomatik und ihren sozialen Folgen meiden die Betroffenen oftmals Obst und Gemüse, was zu einseitiger Ernährung führen kann.
Können ernstzunehmende Erkrankungen ausgeschlossen werden, können verschiedene Arzneipflanzen bei der Behandlung der Beschwerden eingesetzt werden. Vor allem werden Karminativa, wie Fenchel, Anis und Kümmel verwendet.
Letzte Aktualisierung: 27.07.2011, 16:45 Uhr |